Sylvia Heidemann

Lernschwierigkeiten erkennen und verstehen

15. Dezember 2025

Lernschwierigkeiten


Wenn Kinder trotz Übens, guter Erklärungen und viel Geduld nicht die erwarteten Lernerfolge zeigen, sorgt das bei Eltern häufig für Verunsicherung. Schnell entstehen Fragen wie: Strengt sich mein Kind genug an? oder Machen wir etwas falsch?


In vielen Fällen liegt die Ursache jedoch nicht in fehlendem Willen oder mangelnder Intelligenz, sondern in spezifischen Lernschwierigkeiten.

Was sind spezifische Lernschwierigkeiten?

Spezifische Lernschwierigkeiten bezeichnen anhaltende Probleme beim Erlernen bestimmter Fähigkeiten, obwohl das Kind altersgerecht entwickelt ist und keine allgemeine Lernbeeinträchtigung vorliegt. Die bekanntesten Formen sind Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS), Dyskalkulie sowie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme.

Eltern sind oft die ersten, die spüren, dass etwas „nicht rund läuft“. Typische Hinweise zeigen sich schleichend im Alltag: Das Lesen bleibt über längere Zeit sehr langsam, stockend oder fehlerhaft, die Rechtschreibung verbessert sich trotz regelmäßigen Übens kaum. In Mathematik werden Zahlen vertauscht, Rechenwege nicht verstanden oder immer wieder neu „erraten“. Hinzu kommt häufig eine große Unsicherheit bei Klassenarbeiten, die nicht selten zu Vermeidungsverhalten bei Hausaufgaben führt. Lernen wird zunehmend mit starkem Frust verbunden, manche Kinder reagieren mit Tränen oder ziehen sich innerlich zurück. Besonders auffällig ist dabei oft, dass diese Schwierigkeiten unabhängig vom tatsächlichen Interesse oder von der allgemeinen Begabung des Kindes auftreten.

Wichtig zu wissen: Diese Schwierigkeiten sind nicht heilbar, lassen sich aber sehr gut kompensieren und begleiten, wenn sie frühzeitig erkannt werden.

Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS)

Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten haben anhaltende Probleme beim Lesen und Schreiben, obwohl sie ausreichend üben und sich anstrengen. Das Lesen fällt oft langsam und mühsam aus, Texte werden nur schwer verstanden. Beim Schreiben schleichen sich viele Rechtschreibfehler ein, die sich auch durch häufiges Üben kaum verbessern. Für die Kinder ist besonders frustrierend, dass sie wissen, was sie sagen oder schreiben möchten, es aber nicht zuverlässig zu Papier bringen können. Wichtig ist zu verstehen: LRS hat nichts mit fehlender Intelligenz zu tun. Mit gezielter Förderung, Geduld und passenden Lernmethoden können betroffene Kinder Strategien entwickeln, um sicherer mit Sprache umzugehen.

Dyskalkulie

Dyskalkulie bezeichnet ausgeprägte Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen und Mengen. Betroffene Kinder haben Probleme, Zahlen zu erfassen, Rechenwege nachzuvollziehen oder einfache Grundrechenarten sicher anzuwenden. Häufig wirken Rechenaufgaben willkürlich und unlogisch, selbst wenn viel geübt wird. Typisch ist auch, dass Kinder sich Rechenergebnisse nicht merken oder Zahlen vertauschen. Im Alltag zeigt sich die Unsicherheit zum Beispiel beim Ablesen der Uhr oder beim Abschätzen von Mengen. Auch hier gilt: Dyskalkulie ist keine Frage von Faulheit oder mangelndem Einsatz. Mit verständlichen Erklärungen, anschaulichen Materialien und einem angepassten Lerntempo lassen sich mathematische Grundlagen schrittweise aufbauen.

Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme

Kinder mit Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen können sich nur schwer über längere Zeit auf eine Aufgabe fokussieren. Sie lassen sich leicht ablenken, beginnen Arbeiten unkonzentriert oder wechseln häufig zwischen Tätigkeiten. Hausaufgaben dauern dadurch oft sehr lange und enden für alle Beteiligten frustrierend. Diese Schwierigkeiten treten nicht nur bei „uninteressanten“ Aufgaben auf, sondern auch bei Dingen, die dem Kind grundsätzlich Spaß machen. Wichtig ist eine klare Struktur, kurze Lerneinheiten und ein ruhiges Lernumfeld. Wenn Kinder lernen, ihre Aufmerksamkeit gezielt zu steuern und Pausen sinnvoll zu nutzen, kann sich ihre Lernfähigkeit deutlich verbessern.

Typische Anzeichen im Alltag

Eltern sind oft die ersten, die spüren, dass etwas „nicht rund läuft“. Hinweise können sein:

  • Lesen bleibt sehr langsam, stockend oder fehlerhaft
  • Rechtschreibung verbessert sich trotz Übung kaum
  • Zahlen werden vertauscht, Rechenwege nicht verstanden
  • Große Unsicherheit bei Klassenarbeiten
  • Vermeidungsverhalten bei Hausaufgaben
  • Starker Frust, Tränen oder Rückzug beim Lernen

Besonders auffällig ist häufig der Widerspruch: Das Kind wirkt im Alltag clever, neugierig und sprachlich fit – scheitert aber regelmäßig an schulischen Anforderungen.

Warum frühes Handeln wichtig ist

Bleiben Lernschwierigkeiten lange unerkannt, entstehen oft Folgeprobleme: sinkendes Selbstwertgefühl, Schulangst, Blockaden oder das Gefühl, „dumm“ zu sein. Dabei ist das Gegenteil der Fall.

Kinder mit Lernschwierigkeiten entwickeln oft besondere Stärken – etwa Kreativität, logisches Denken oder soziale Kompetenzen. Diese kommen jedoch nur dann zum Tragen, wenn das Lernen nicht dauerhaft mit Misserfolg verknüpft ist.

Unterstützung statt Druck

Entscheidend ist ein Perspektivwechsel: Nicht „Warum klappt das nicht?“, sondern „Wie lernt mein Kind?“

Hier setzt gezielte Förderung an. Sie orientiert sich nicht nur am Schulstoff, sondern an den individuellen Lernwegen des Kindes. Kleine Lerngruppen, klare Strukturen und ein wertschätzender Umgang sind dabei zentrale Faktoren.

Erfahrung aus der Praxis: Sylingua

Bei Sylingua begegnet man diesen Themen regelmäßig. Sylvia Heidemann, Inhaberin der Lern- und Nachhilfeschule, arbeitet seit vielen Jahren mit Kindern, die Lernschwierigkeiten haben. Ihre Erfahrung zeigt:

Nicht das Tempo entscheidet über Lernerfolg, sondern Verständnis, Sicherheit und Beziehung.

Bei Sylingua wird daher bewusst darauf geachtet,

  • Lernschwierigkeiten ernst zu nehmen, ohne sie zu dramatisieren
  • Kinder dort abzuholen, wo sie stehen
  • Erfolgserlebnisse gezielt aufzubauen
  • Eltern transparent einzubeziehen

Der Fokus liegt nicht auf „schneller Notenverbesserung um jeden Preis“, sondern auf nachhaltigem Lernen und emotionaler Stabilität.

Ein ermutigender Ausblick

Spezifische Lernschwierigkeiten sind kein Makel und kein Grund zur Resignation. Mit der richtigen Unterstützung können Kinder lernen, ihre Herausforderungen zu verstehen und selbstbewusst damit umzugehen.

Für Eltern bedeutet das vor allem eines: Hinschauen, zuhören und rechtzeitig Hilfe annehmen.

Wer früh reagiert, schenkt seinem Kind nicht nur schulische Unterstützung – sondern das Gefühl, gesehen und verstanden zu werden.

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    Ein Artikel von Sylvia Heidemann

    Sylvia Heidemann (Jahrgang 1971) betreibt seit 2012 erfolgreich die Sprach- und Nachhilfeschule Sylingua. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf qualifizierter Nachhilfe für alle Klassen und Schularten sowie auf fundiertem Sprachunterricht. Sie ist ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch und Französisch sowie Diplom-Kauffrau. Aktuell studiert sie Motivationspsychologie und beschäftigt sich intensiv mit motivationalen Faktoren im Lernprozess, wodurch Sylingua auf fundiertes fachliches Wissen in diesem Bereich zurückgreifen kann.